Das Lager ist ein Schlüsselelement für den reibungslosen Betrieb des Motors. Neben der Kontrolle des Fertigungsprozesses ist die Konstruktion und Konfiguration des Motorlagers von großer Bedeutung. So sollten beispielsweise für vertikale und horizontale Motoren unterschiedliche Lagerkonfigurationen gewählt werden, und für unterschiedliche Drehzahlanforderungen des Motors sind ebenfalls unterschiedliche Lager erforderlich.
Horizontale Motorlagerkonfiguration
An beiden Enden des horizontalen Motors sollten möglichst Kugellager und Säulenlager verwendet werden.
Durch die Wahl eines Kugellagers und eines Säulenlagers lassen sich die oben genannten Probleme vermeiden. Bei einem hochwertigen Motorenhersteller mit H560-Baugröße und zweipoligem Hochspannungsmotor ist der langfristige Betrieb deutlich verbessert, wenn anstelle der ursprünglich verwendeten zwei Kugellager ein Kugellager und ein Säulenlager eingesetzt werden. Neben dem regelmäßigen Lagerwechsel treten im Normalbetrieb keine Störungen auf. Die am Lager gemessene Temperatur beträgt lediglich 20 °C. Um die Probleme mit Wärmeentwicklung und Geräuschentwicklung nach Überschreiten der Grenzdrehzahl von Kugellagern durch Säulenlager zu lösen, können leichte Säulenlager verwendet werden. Diese werden am äußeren Lüfterende montiert, wodurch eine gute Kühlung gewährleistet ist und die Lagergeräusche vom Lüftergeräusch überdeckt werden. Bei leistungsstärkeren zweipoligen Motoren mit größeren Lagertypen, bei denen die Anforderungen an die Grenzdrehzahl der leichten Säulenlager nicht erfüllt werden, kann das Lagerfett durch dünnflüssiges Öl ersetzt werden.
Konfiguration der vertikalen Motorlager
Wird der Vertikalmotor zum Antreiben einer Fasspumpe in einer petrochemischen Anlage eingesetzt, so sind aufgrund der beim Anlauf auftretenden axialen Krafteinwirkung der mehrstufigen Fasspumpe, der Transportanforderungen und um Schäden durch die thermische Ausdehnung des Rotors am Lager zu vermeiden, für den Vertikalmotor der Fasspumpe (2- oder 4-polig) zwei einreihige Axialkugellager als obere Lager vorgesehen. Die unteren Lager sollten ebenfalls als Leichtbaulager ausgeführt sein. Um Beschädigungen der Axialkugellager zu verhindern, ist auf die Lagermäntel der beiden gegenüberliegenden Lager eine axiale Vorspannung aufzubringen. Diese Vorspannung ist so bemessen, dass die Lager während des Transports und Anlaufs nicht durch die axiale Rückkraft von der Wellenauslegerseite zur unbelasteten Seite beschädigt werden.
Auswahl von Lagerspezifikationen und -modellen
Bei 2-poligen Motoren sollten möglichst leichte Lager verwendet werden. Für Motoren mit vier oder mehr Polen, die nicht in Drehrichtung laufen oder sich umkehren, sind Lager der Baureihe A zu wählen. Langsam laufende Motoren mit Drehrichtung und umgekehrter Drehrichtung benötigen schwere Lager. Leichte, mittlere und schwere Lager bestehen aus Kugel- und Säulenlagern, wobei das Kugellager am Wellenende des 2-poligen Motors angebracht wird.
Veröffentlichungsdatum: 15. Mai 2024
