MotorÜberlastung bezeichnet den Zustand, in dem die tatsächliche Betriebsleistung des Motors die Nennleistung übersteigt. Bei Überlastung des Motors treten folgende Symptome auf: Der Motor erhitzt sich stark, die Drehzahl sinkt und er kann sogar zum Stillstand kommen; er gibt ein dumpfes Geräusch von sich, begleitet von Vibrationen; bei starken Laständerungen kann die Motordrehzahl sprunghaft ansteigen und abfallen.
Ursachen für eine Motorüberlastung sind unter anderem Phasenausfall, Überschreitung der zulässigen Nennspannung durch die Betriebsspannung sowie mechanische Defekte des Motors, die zu einem starken Drehzahlabfall oder Stillstand führen.
Der Betrieb des Motors unter Überlastung beeinträchtigt dessen Lebensdauer erheblich. Eine direkte Folge der Überlastung ist der Anstieg des Motorstroms, wodurch sich die Motorwicklungen stark erhitzen und die Wicklungsisolierung aufgrund der übermäßigen thermischen Belastung altert und ausfällt.
Nach einer Überlastung des Motors lässt sich der Zustand der Wicklung beurteilen. Typischerweise ist die Isolierung der Wicklung schwarz und spröde. In schweren Fällen ist die gesamte Isolierung zu Pulver verkohlt, und die Isolierschicht des Wicklungsdrahtes ist stark beschädigt. Mit der Zeit dunkelt der Lackfilm von emaillierten Drähten nach und blättert im schlimmsten Fall vollständig ab. Bei Glimmer- und seidenisolierten Drähten löst sich die Isolierschicht vom Leiter.
Die Merkmale überlasteter Motorwicklungen, die sich von Phasenausfällen, Windungsschlüssen, Erdschlüssen und Phasen-Phasen-Kurzschlüssen unterscheiden, liegen in der allgemeinen Alterung der Wicklung und nicht in lokalen Qualitätsproblemen. Durch die Motorüberlastung kommt es außerdem zu Überhitzungsproblemen im Lagersystem. Ein überlasteter Motor gibt einen starken Brandgeruch an die Umgebung ab, in schweren Fällen kann es zu starker Rauchentwicklung kommen.
Veröffentlichungsdatum: 16. Januar 2025
